Egal ob aus einer Hartz-IV-Familie oder aus einem Villenviertel - die meisten Jugendlichen hatten schon einmal Kontakt zu Alkohol bevor sie auch nur 14 Jahre alt werden. Bevor Sie jetzt hier wie üblich einen langen Beitrag über Komasaufen, moralisch zerrüttete Teenager, Kinder vernachlässigende Rabeneltern und verantwortungslose Supermarkt-Kassierer und Wirte lesen, rollen wir das Thema doch einmal von einer anderen Seite auf und blicken hinter die Kulissen, statt dem Klischee “verkommene Jugend” unkritisch nachzugeben.
Ganz oben steht natürlich die Frage - Wie kann das passieren? Früher wurde doch bei Weitem nicht in diesem Umfang getrunken. Zumindest nicht in
“diesem Alter”.
Die Antwort ist so einfach wie plausibel - Kinder werden bereits frühzeitig an den Geschmack von Alkohol gewöhnt. In Süßigkeiten, Kindermedizin und anderen Lebensmitteln (die z. T. auch extra für Kinder sind) ist Alkohol enthalten, und sei es nur als Konservierungsmittel. Dadurch fällt schon einmal die sonst natürliche Scheu vor dem Geschmack bei den Kleinen beinahe weg.
Dann - und seien Sie mal ehrlich - das Thema Familienfeier: Entweder darf Junior auch da mal “zur Feier des Tages” am Gläschen Sekt nippen oder aber bekommt doch zumindest von der Verwandtschaft etwas “vorgesoffen”. Wenn meine Familie das macht und Spaß dran hat, ist es offenbar etwas Lustiges. Oder welche andere Schlussfolgerung soll ein Kind / Teenager an der Stelle ziehen?
Dass Teenager unsicher sind aufgrund der vielen Veränderungen in ihrem Körper und in ihrem Umfeld haben wir ja schon mal festgestellt. Auch da ist Alkohol mal wieder der Retter in der Not - ein paar Schlucke entspannen und lassen Nervosität und mangelndes Selbstwertgefühl vergessen. Auch wenn’s nicht unbedingt schmeckt.
Anstatt Dauermeckereien und Kopfschütteln sollte unsere Gesellschaft sich also vielleicht lieber einmal fragen, was sie zur Misere “Komasaufen” und “Jugendliche Alkoholiker” beigetragen hat. Wie hilft man jetzt seinem Kind oder Jugendlichen im Bekanntenkreis, damit es bei ihnen nicht so weit kommt? Ein paar interessante Anregungen dazu geben die folgenden beiden Links.
http://www.a-connect.de/jugend.php
http://www.optipage.de/jugendliche_alkohol.html
Ein lustiger Abend, jeder schwenkt seinen Bierkrug und ist fröhlich - nur der Fahrer guckt dumm aus der Wäsche und muss an einer langweiligen Limo nuckeln. Viele wähnten dieses angeblich ach so triste Bild bereits als Vergangenheit, als sie von der Erfindung des alkoholfreien Bieres hörten.
Das Konzept geht nicht wirklich auf. Schon seit derGeburtstunde müssen sich Trinker des alkoholfreien Bieres nicht nur als Luschen, Mädchen oder Schlappschwänze belächeln lassen, nein, recht schnell stellte sich auch noch raus, dass da sehr Wohl Alkohol drin ist. Nämlich ungefähr 0,02 - 0,5 %. Dumm gelaufen.
Nun aber mal im Ernst: Diese Menge an Alkohol enthalten auch die meisten Fruchtsäfte, entstehend durch den natürlichen Gärungsprozess. Es ist auf gut Deutsch also wirklich fast gar nichts.
Dennoch sollten ehemalige Alkoholiker von alkoholfreiem Bier die Finger lassen. Es mag zwar kaum Prozente haben, der Geschmack kann aber trotzdem zu Rückfällen in die Sucht führen.
Und noch etwas - seit Neuestem gibt es doch wirklich 0,0%ige alkoholfreie Biere. Hat zum Beispiel Warsteiner geschafft.
Dass der Fahrer immer irgendwo die arme Sau bleibt, wird das auch nicht ändern. Denn die dummen Witze über Trinker alkoholfreien Bieres werden so schnell nicht aufhören. Aber besser man wird ein bisschen ausgelacht, als dass ein ganzes Auto voll Insassen am Baum klebt, oder?
Die Jugend von heute? Sind doch alles bloß noch versiffte Idioten. Die fangen mit zehn Jahren das Rauchen an, weil sie cool sein müssen in ihren tollen Cliquen, kurz darauf folgt die Sauferei und mit zwölf haben sie dann schon den halben Bekanntenkreis im Bett gehabt.
Viele empörte ältere Generationen, vor Allem fassungslose Senioren, haben dieses oder doch zumindest ein ähnliches Bild von den deutschen Jugendlichen. Was die Trinkerei und die Intim-Eskapaden betrifft - es werden Beiträge dazu folgen. Heute allerdings schauen wir uns die Thematik “Rauchen” an.
Was sind nun also die Fakten?
1. Ein Drittel aller deutschen Jugendlichen ist Raucher. International gesehen nimmt Deutschland damit eine Spitzenposition ein.
2. 12% der männlichen Raucher zwischen Klassenstufe 7 und 13 greift bereits fünf Minuten nach dem Aufstehen zum ersten Glimmstengel. Hierbei handelt es sich um ein eindeutiges Sucht-Symptom.
3. Laut einer Studie neigen rauchende Teenager fünfmal häufiger zum “Komasaufen” als ihre rauchfreien Altersgenossen.
4. 18,8% der Jungen und 13% der Mädchen rauchen täglich, gelegentlich sind es 8,1 beziehungsweise 11,1%.
Soweit zu den Zahlen. Was für Gründe haben Jugendliche um zu rauchen? Neben Gruppenzwang, der angeblich empfundenen “Beruhigung” und Neugierde sticht vor Allem bei weiblichen Teenagern ein bestimmter Grund hervor. 42% der rauchenden Mädchen geben an, nur zu rauchen um nicht zuzunehmen. Statt zu essen zünden sie sich einfach ihr Kippchen an.
Ein ernüchternder Einblick. An dieser Stelle kann man nur froh sein, dass viele Clubs und Bars bereits das Rauchverbot durchgesetzt haben. Möglicherweise wird so wenigstens der Grund “Rauchen aus Gruppenzwang” bei Ausgeh-Abenden ein wenig eingeschränkt.