Männliche Friseure sind früher wie heute eine Minderheit. Grundsätzlich ist der Beruf des Haare-Stylens ein Frauenberuf, soviel steht fest. Doch sagt das schon aus, dass die wenigen Männer, die sich damit identifizieren können, homosexuell sind?
Männliche Friseure sind grundsätzlich schwul? Mit Homosexualität wird allmählich immer selbstverständlicher umgegangen. Während diese früher noch als Krankheit angesehen wurde, stehen wir ihr heute viel liberaler gegenüber. Dennoch ist es kein Geheimnis, dass man – und vor Allem Mann – Schwulen gegenüber leichte Vorurteile entgegenbringt – um womöglich die eigene Männlichkeit besonders hervorzuheben? weiterlesen »
Gentleman, der wohlgeborene Ehrenmann, der liebenswürdige Aristokrat oder der ausgestorbene Engländer? Bis heute ist gentlemanlike, wer ein gepflegtes elegantes Äußeres hat, zuvorkommend und bescheiden ist und den Frauen charmant die Tür aufhält. Die Gentlemen des 21. Jahrhunderts konkurrieren mit den Bad Boys und werden schnell in die falsche Schublade gesteckt.
Heute, wo sich deutsche Reggae-Musiker ungeniert Gentleman nennen dürfen und Clowns sich regelmäßig über das etwas steife, englische Vorbild lustig machen, ist zu befürchten, dass die männliche Spezies des Gentleman ausgestorben ist. Wenn sich ein Mann heute zu gut benimmt und anzieht, wird er als schwul abgestempelt. Nur noch einige kleine Gesten und die Symbolik dieses Mythos bleiben bestehen. Doch die richtigen Gentlemen haben ihren guten Ruf eingebüst. weiterlesen »
Wenn Frau mal wieder nur Absagen kassiert und sich jeder angehimmelte Typ als Niete erweist, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Liegt es an mir? Oder liegt es an den Männern, fragt Frau sich dann besorgt?
Dass schöne Männer grundsätzlich entweder schwul oder bereits längst vergeben sind, hat daher sicherlich jede Frau dieser Erde schon einmal seufzend vermutet. Zumindest hat sich der Gedanke für den Bruchteil einer Sekunde in ihrem Kopf manifestiert, vielleicht nur so kurz, dass sie es gar nicht bemerkt hat. Doch es gibt immer wieder Frauen, die laut aussprechen, was andere nur denken. Und schon ist ein neues Klischee geboren.
Homophobie im Sport ist ein Tabu-Thema. Dennoch wird Homosexualität im Fußball immer wieder in den Medien diskutiert. Die Gesellschaft ist im Wandel, der DFB muss nur noch mitziehen.
Der Sieg bringt es mit sich, dass Männer sich in die Arme fallen, sich vor Freude durch die Luft wirbeln und vielleicht sogar küssen. Diese ungewöhnlichen Gefühlsausbrüche der Männer werden beim Fußball geduldet und rein auf das Zelebrieren des eingefahrenen Sieges bezogen. Aber wehe da spricht mal jemand vom Schwulsein, dann ist das Geschreie auf allen Seiten groß.
Hamburg ist eine schöne Stadt. Nahe gelegen am Meer und dadurch von angenehmem maritimem Klima beeinflusst, lockt es jährlich viele Touristen an. Aber die Hansestadt hat noch mehr zu bieten als Wasser und Fischbrötchen. Der berühmt berüchtigte Stadtteil St. Pauli ist im Besonderen immer ein Besuch wert.
St. Pauli eilt seinem Ruf voraus, sei es der FC oder aber die allseits bekannte Reeperbahn. Der Stadtteil St. Pauli gilt als verrucht und durch eine Vielzahl an einschlägigen Lokalitäten wohl eher als Amüsementmeile für die Herren der Schöpfung gedacht. Frauen sind an diesem Ort nicht allzu gern gesehen und werden des Öfteren mittels ominöser Aktionen des Ortes vertrieben.
Auch wenn St. Pauli eine bedeutende Hamburger Wohngegend ist, so ist es doch vielmehr durch sein eingangs bereits erwähntes Rotlichtmilieu bekannt. Dabei handelt es sich jedoch nur um ein durch die Behörden festgelegtes Gebiet, in dem keine Sperrstunde vorherrscht. Und in der Tat, in St. Pauli gibt es zum großen Teil Wohnstraßen mit kleinbürgerlichem Charme und Arbeiterwohngegenden. weiterlesen »
Pauschal festgestellt, gehöre ich in den Augen der Gesellschaft in zwei Schubladen: Einmal die Tucke mit enger Schlaghose und zuviel Meinung über Mode. Für andere stelle ich den versoffenen Proleten dar, der nichts als Autos im Kopf hat.

Als vielseitig interessierter Kerl stehe ich ständig im Kreuzfeuer eingerosteter Klischees: Wenn ich mich ordentlich anziehe, und sei es nur zum Einkaufen fürs abendliche Kochen, laufe ich ständig Gefahr, für einen Schnösel gehalten zu werden. Oder für schwul. Oder für einen schwulen Schnösel. Dazu mein ständiges Karten-Zahlen an der Supermarkt-Kasse. Ja, aber. Aber: Soll ich vielleicht irgendeinen Arbeiter-Dialekt, in meinem Fall berlinerisch, imitieren und dazu eine Jogginghose tragen? Wenn ich dann mit Kleingeld Bier bezahle, sehen alle das asoziale Gegenüber und rollen mit den Augen. Dass Kleider tatsächlich Leute machen, übersehen die Pfeifen alle mal gerne. Wenn ich dann abends die Frau an der Bar abschleppe, ist es auch wieder nicht recht.
Meine Hobbies liegen ebenfalls stets unter Beschuss: Als Fan amerikanischen Altmetalls besuche ich gerne die Hot Rod-Treffen im umliegenden Brandenburg. Dort gibt es tagsüber nur Burnouts und Autorennen. Deswegen bin ich da. Abends wird gesoffen, was die Leber aushält. Da ohnehin fast keine Frauen da sind – warum also nicht? Damit bin ich oft als Proll unterster Sorte, der mit Golf weiterlesen »
Homosexuelle sind eine Randgruppe und homosexuelle Ausländer gibt es schon mal gar nicht. Oder ist Sie jemals ein schwuler Vietnamese oder eine lesbische Türkin begegnet?
Vorurteile wie diese sind nach wie vor präsent und in den Köpfen der Allgemeinheit verankert und sollen aus der Welt geschafft werden. Zum Dialog und Austausch soll dabei an dieser Stelle der so genannte “runde Tisch gegen Homophobie” anregen. Dieser wird voraussichtlich im Oktober stattfinden. Besonders erfreut über diesen Umstand ist der Lesben- und Schwulenverband Berlin/Brandenburg (LSVD). Wichtig ist dem Verband in diesem Zusammenhang insbesondere, dass Vertreter von Organisationen wie der Türkischen Gemeinde zu Berlin (TGD), des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg (TBB), der Islamischen Föderation, der Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, derTürkisch-Deutsche Unternehmervereinigung, des Arabische Kulturinstituts und des Islamischen Kultur- und Erziehungszentrums an der Veranstaltung teilnehmen.
Der Integrationsbeauftragte von Berlin, Günter Piening, hält vor Allem die Unterstützung von Homosexuellen mit Migrationshintergrund für wünschenswert, denn diese seien seiner Meinung nach “Vorbilder, die deutlich machen, dass unterschiedliche sexuelle Orientierung auch in den Einwanderergruppen zur Lebenswirklichkeit gehört”.
Anlass haben der ganzen Veranstaltung im Übrigen sich in letzter Zeit häufende Übergriffe auf Schwule und Lesben gegeben, sowie darüber hinaus ein schwulenfeindlicher Beitrag in einem Berliner Anzeigenblatt in arabischer Sprache. Keine der teilnehmenden Parteien wird dabei das Weltbild der anderen umwerfen können, aber der Meinungsaustausch ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung - Respekt und Toleranz vor anderen Menschen.
Wer an Schwule und Lesben denkt, hat doch gerne das Bild von ausschweifenden Partys in Swinger-Clubs vor Augen oder anderen sexuellen Porno-Fantasien. Dass das nicht der Realität entspricht, wird jetzt niemanden überraschen.
Zumindest gilt das für Berlin. Seit dem August des Jahres 2001 ließen sich in der deutschen Hauptstadt nämlich schon 3528 homosexuelle Paare trauen, berichtete der Berliner Kurier am 5. August. Die “Homo-Ehe” ist offenbar Alltag und nicht sensationelle Ausnahme. Nichts also mit Sex-Partys, auch in gleichgeschlechtlichen Schlafzimmern herrscht Monogamie. Pro Jahr lassen sich in Berlin rund 500 gleichgeschlechtliche Paare zu Ehepartnern erklären. Im Detail sind das 2513 schwule und 1015 lesbische Liebespaare. Geschieden wurden bisher lediglich 191 dieser Ehen. Ob Hetero-Paare auch so eine hübsche Statistik aufzuweisen hätten?
Offiziell heißt die “Homo-Ehe” übrigens Lebenspartnerschaftsgesetz und ist am 1. August 2001 in Deutschland inkraft getreten. Die Daten von 2001 bis 2005 für andere Bundesländer außer Berlin lassen sich bei Wikipedia nachlesen. Übrigens gibt es gerade was Steuern und Adoption anbelangt noch merkliche rechtliche Unterschiede zwischen der homosexuellen und der Hetero-Ehe. Politiker der Grünen sind dafür, dass diese rechtlichen Ungleichheiten endlich aufgehoben werden.
Mal sehen, wo das noch hinführt. Im Übrigen wohnen die heiratsfreudigsten gleichgeschlechtlichen Paare in Tempelhof-Schöneberg. Dort ließen sich in den letzten sieben Jahren die meisten Paare, nämlich 655, trauen.
Schon seit Jahren steigen Forscher neugierig der Frage nach, weshalb Menschen homosexuell werden beziehungsweise sind.
Von Tieren ist man es ja gewohnt, auch wenn man in der Regel etwas irritiert darauf reagiert: Sexuelle Handlungen von Weibchen zu Weibchen oder Männchen zu Männchen. Schon seit der Antike ist aber bekannt, dass Menschen auch gleichgeschlechtlichen Sex praktizieren, damals beispielsweise insbesondere Herren mit jungen Lustknaben. Nachdem die Thematik in der Neuzeit jahrelang totgeschwiegen wurde, ließ sie sich irgendwann nicht mehr unter den Teppich kehren.Während anfänglich Verwirrung herrschte und die Prüderie Ansichten diktierte, die Homosexualität als geistige Schwäche, sündhaft oder anderweitig entartet abstempelte, gewann gerade in den letzten Jahren die Wissenschaftlichkeit bei der Untersuchung dieser Thematik die Überhand.
Irgendwann meinte man dann, des Rätsels Lösung in den Genen gefunden zu haben. Homosexuelle Neigungen und ihre Intensität seien angeboren, hieß es dann.
Dies wurde schnell wieder relativiert, da es nicht möglich war, das angebliche “Schwulen-Gen” genau zu identifizieren. Mittlerweile ist man sich einig, vor Allem nach einer schwedischen Studie, dass sowohl Umwelt als auch Erbanlagen ihre Finger im Spiel haben, wenn es um die sexuellen Neigungen des Menschen geht. Die Gene haben dabei jedoch wesentlich weniger zu sagen. Hauptprägend sind die familiäre Situation, das Umfeld und sogar bereits die hormonellen Verhältnisse im Mutterleib.
Vermutlich ist aber auch mit dieser Studie noch nicht das letzte Wort bei der Ergründung der menschlichen Vorlieben in Sachen Geschlechtspartner gesprochen.
“CSD? Christopher Street Day? Das ist doch diese kranke Schwuchtel-Parade, wo sich ein Haufen Kerle in Fummel werfen, wo Weiber sich wie Männer anziehen und es alle toll finden, dass sie homosexuell sind!”
So oder so ähnlich sieht das landläufige Klischee zum Thema CSD aus. Und ja, in der Regel finden sich an diesem Tag zahllose Menschen in schriller (Ver-)Kleidung auf den Straßen, die sich und ihre Sexualität ausgelassen zelebrieren.
Die Ursprünge des Christopher Street Day finden sich in New York. Dort fand am 28. Juni 1969 in der Christopher Street in Greenwich Village der erste offiziell bekannte Aufstand von Menschen, die einer sexuellen Minderheit angehören, gegen die Willkür der Polizei statt. In den damaligen Zeiten gab es oftmals gewalttätige Razzien von Polizisten gegen sexuelle Minderheiten, allen voran Homosexuelle. Die Feier dieses ersten Aufbäumens und offiziellen Einsetzens für Würde und Rechte von Schwulen, Lesben, Transsexuellen und so weiter ist über die Jahre zu einer internationalen Tradition geworden.
Bei uns in Deutschland fanden im Jahre 1979 die ersten Feierlichkeiten zum CSD unter diesem Namen statt - und zwar in Bremen und Berlin. Heutzutage feiern in zahlreichen deutschen Großstädten am letzten Samstag des Juni Homosexuelle, Transsexuelle, Bisexuelle und deren Sympathisanten in kreativen und schrillen Outfits ihren Lebensstil. Diesen Samstag zum Beispiel auch wieder in Berlin. Und warum auch nicht? Es ist keine Schande stolz auf sich zu sein, solange man mit seinem eigenen Leben glücklich ist und niemand anderen gefährdet.
Man darf den ernsten Hintergrund dieser Demonstration dabei trotzdem nicht vergessen. Auch heute noch leiden vor allem Homosexuelle in vielen Bereichen des Alltags unter Diskriminierung und sind Spott oder Andersbehandlung ausgesetzt. Jeder von uns sollte den CSD daher auch als kleine Mahnung zu mehr Toleranz anderer Lebens- und Liebesweisen verstehen.