Alles Klischees

Wir gehen der Sache auf den Grund
 


Archiv: typisch Teenager

Morgens in der U-Bahn - das Nachrichten-Fenster lässt sich über Zügellosigkeit im Bett bei Teenagern aus, ein paar zwölfjährige Mädchen betiteln sich gegenseitig in jedem Satz als “Du Schlampe” und zwei Teenie-Mädchen züngeln ungehemmt auf ihrem Sitzplatz. Über unseren “Nachwuchs” kann man viel sagen, verklemmt ist er nicht. Vorbei die Zeiten von Keuschheit bis nach der Ehe, schüchternen Küssen und Herzrasen beim Händchenhalten. Stattdessen geht es zu wie in jedem Porno, den man im Internet auf einschlägigen Seiten aufrufen kann - Gruppensex, gleichgeschlechtliche Liebe, “poppen bis der Arzt kommt” und Sexualpartner, die schneller wechseln als die Jahreszeiten. Soweit die landläufige Meinung.

Was ist dran? Fakt ist, der Aufklärung kann heute gar nicht mehr entkommen werden. War früher der Schulunterricht noch das Einzige, was über Erotik und Sex informierte, strotzt der Markt heutzutage nur vor Magazinen, Filmen und Serien, die genau das thematisieren. Soaps gehen im frühen Abendprogramm teils recht unbefangen mit der Thematik um und auch sonst ist es nicht schwierig, an Pornos zu kommen, die dann locker auf dem Schulhof ausgetauscht werden können. Zwei Drittel der Jugendlichen halten sie zwar für unrealistisch, aber gerade Jungen fühlen sich von solchen sexuellen Darstellungen angesprochen.

Wenn es so einfach ist, “Anschauungsmaterial” zu besorgen, ist auch die Neugierde nur schwer zu bändigen. Dann gibt es in der Schule natürlich immer die, die bereits hatten und lautstark ihre Erfahrungen herumposaunen und den Teenager damit unter Druck setzen - man will den anderen ja nicht zwangsweise in etwas nachstehen. Findet man dann noch einen willigen Komplizen steht dem freudigen Experimentieren nichts mehr im Weg.

Weiter geht es in Teil 2.


1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...

Egal ob aus einer Hartz-IV-Familie oder aus einem Villenviertel - die meisten Jugendlichen hatten schon einmal Kontakt zu Alkohol bevor sie auch nur 14 Jahre alt werden. Bevor Sie jetzt hier wie üblich einen langen Beitrag über Komasaufen, moralisch zerrüttete Teenager, Kinder vernachlässigende Rabeneltern und verantwortungslose Supermarkt-Kassierer und Wirte lesen, rollen wir das Thema doch einmal von einer anderen Seite auf und blicken hinter die Kulissen, statt dem Klischee “verkommene Jugend” unkritisch nachzugeben.

Ganz oben steht natürlich die Frage - Wie kann das passieren? Früher wurde doch bei Weitem nicht in diesem Umfang getrunken. Zumindest nicht inAlkohol - eine gefährliche Verführung für Kinder und Jugendliche “diesem Alter”.
Die Antwort ist so einfach wie plausibel - Kinder werden bereits frühzeitig an den Geschmack von Alkohol gewöhnt. In Süßigkeiten, Kindermedizin und anderen Lebensmitteln (die z. T. auch extra für Kinder sind) ist Alkohol enthalten, und sei es nur als Konservierungsmittel. Dadurch fällt schon einmal die sonst natürliche Scheu vor dem Geschmack bei den Kleinen beinahe weg.
Dann - und seien Sie mal ehrlich - das Thema Familienfeier: Entweder darf Junior auch da mal “zur Feier des Tages” am Gläschen Sekt nippen oder aber bekommt doch zumindest von der Verwandtschaft etwas “vorgesoffen”. Wenn meine Familie das macht und Spaß dran hat, ist es offenbar etwas Lustiges. Oder welche andere Schlussfolgerung soll ein Kind / Teenager an der Stelle ziehen?

Dass Teenager unsicher sind aufgrund der vielen Veränderungen in ihrem Körper und in ihrem Umfeld haben wir ja schon mal festgestellt. Auch da ist Alkohol mal wieder der Retter in der Not - ein paar Schlucke entspannen und lassen Nervosität und mangelndes Selbstwertgefühl vergessen. Auch wenn’s nicht unbedingt schmeckt.

Anstatt Dauermeckereien und Kopfschütteln sollte unsere Gesellschaft sich also vielleicht lieber einmal fragen, was sie zur Misere “Komasaufen” und “Jugendliche Alkoholiker” beigetragen hat. Wie hilft man jetzt seinem Kind oder Jugendlichen im Bekanntenkreis, damit es bei ihnen nicht so weit kommt? Ein paar interessante Anregungen dazu geben die folgenden beiden Links.
http://www.a-connect.de/jugend.php
http://www.optipage.de/jugendliche_alkohol.html


1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...

Eltern gruseln sich ja in der Regel kollektiv vor der Zeit, in der ihr Sprössling in die Pubertät kommt.

Dass Junior sich körperlich weiter entwickelt und beginnt, ist dabei für Mütter und Väter sicher auch ein Thema, die Hauptsorge gilt allerdings doch dem Verhältnis untereinander. Plötzlich hat das Kind Geheimnisse, ist frech und zieht komische Klamotten an. Ständig gibt es Probleme und es wird gestritten. Hat das Kind denn überhaupt kein Gefühl mehr für Anstand und Taktgefühl? Warum benimmt er / sie sich so unmöglich? Und was will Junior mit zwölf schon mit einem Freund / einer Freundin? Viel zu früh!

Eltern haben es jetzt natürlich nicht leicht. Aber schon mal dran gedacht, dass auch der Teenager alles andere als eine einfache Zeit durchmacht? Nicht nur, dass man sich plötzlich auf nicht immer angenehme Art und Weise mit seinem eigenen Körper und fremdartigen neuen Funktionen und Bedürfnissen von selbigem konfrontiert sieht - nein, zusätzlich sind auch alle zwischenmenschlichen Kontakte plötzlich viel schwieriger. Vor Allem zu Hause.
weiterlesen »


1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...

Die Jugend von heute? Sind doch alles bloß noch versiffte Idioten. Die fangen mit zehn Jahren das Rauchen an, weil sie cool sein müssen in ihren tollen Cliquen, kurz darauf folgt die Sauferei und mit zwölf haben sie dann schon den halben Bekanntenkreis im Bett gehabt.

Viele empörte ältere Generationen, vor Allem fassungslose Senioren, haben dieses oder doch zumindest ein ähnliches Bild von den deutschen Jugendlichen. Was die Trinkerei und die Intim-Eskapaden betrifft - es werden Beiträge dazu folgen. Heute allerdings schauen wir uns die Thematik “Rauchen” an.

Rauchende Teenager © MicAttAck / flickr.com

Was sind nun also die Fakten?
1. Ein Drittel aller deutschen Jugendlichen ist Raucher. International gesehen nimmt Deutschland damit eine Spitzenposition ein.
2. 12% der männlichen Raucher zwischen Klassenstufe 7 und 13 greift bereits fünf Minuten nach dem Aufstehen zum ersten Glimmstengel. Hierbei handelt es sich um ein eindeutiges Sucht-Symptom.
3. Laut einer Studie neigen rauchende Teenager fünfmal häufiger zum “Komasaufen” als ihre rauchfreien Altersgenossen.
4. 18,8% der Jungen und 13% der Mädchen rauchen täglich, gelegentlich sind es 8,1 beziehungsweise 11,1%.

Soweit zu den Zahlen. Was für Gründe haben Jugendliche um zu rauchen? Neben Gruppenzwang, der angeblich empfundenen “Beruhigung” und Neugierde sticht vor Allem bei weiblichen Teenagern ein bestimmter Grund hervor. 42% der rauchenden Mädchen geben an, nur zu rauchen um nicht zuzunehmen. Statt zu essen zünden sie sich einfach ihr Kippchen an.

Ein ernüchternder Einblick. An dieser Stelle kann man nur froh sein, dass viele Clubs und Bars bereits das Rauchverbot durchgesetzt haben. Möglicherweise wird so wenigstens der Grund “Rauchen aus Gruppenzwang” bei Ausgeh-Abenden ein wenig eingeschränkt.


1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...