Scheidungskinder haben es nicht immer einfach mit der neuen Lebenssituation umzugehen. Denn sie müssen nicht nur damit zurecht kommen, dass sich ihre Eltern getrennt haben, sondern in vielen Fällen auch mit den neuen Partnern der Eltern auskommen. Doch sind alle Scheidungskinder gestört?
Wenn Scheidungskinder sich nicht „normal“ entwickeln, dann wird dieses Verhalten heutzutage auf die Trennung der Eltern zurückgeführt. Aber das Klischee das Kinder die Verlierer einer Scheidung sind und sich deshalb nicht „normal“ entwickeln, gehört schon längst der Vergangenheit an. In der heutigen Gesellschaft ist es schon en vogue in einer Patchwork-Familie aufzuwachsen.
Zu Zeiten von rückgängigen Geburtenraten wächst in Deutschland mittlerweile im Schnitt jedes zweite Kind ohne Geschwister auf. Und wir alle kennen doch die Klischees, die uns bei einem nervigen Nachbarkind, einer egoistischen Exfreundin oder besserwisserischen Schülerin immer flugs die passende Formulierung im Kopf zurechtlegen lässt: Typisch Einzelkind. Droht uns etwa eine Generation von Ego Monstern?
Typisch Einzelkind – wer mit diesem Begriff bedacht wird, der wird garantiert kein Lob, Anerkennung oder eine freundliche Bewertung erfahren. Einzelkinder werden oft mit unzähligen Klischees konfrontiert. Hier mal ein paar: Sie sind Egoisten, weil sie nie mit Geschwistern teilen mussten, spielen sich immer in der Vordergrund, da sie immer die volle Aufmerksamkeit ihrer Eltern genießen und können sich nur schwer in Gruppen fügen, weil sie es daheim ja auch nicht müssen.
Der negative Ton, der diesem Klischee beischwingt, geht auf die Zeiten zurück, als Verhütung noch Mangelware war und deswegen Familien mit 3-5 Kindern absoluter Regelfall. Einzelkinder kamen deswegen meist nur zur Welt, wenn es gesundheitliche Probleme bei der Mutter gab, der Vater aus dem Leben schied oder das Kind unehelich oder durch eine Vergewaltigung gezeugt wurde. Dass damit auch in der Entwicklung erschwerende Verhältnisse einher gingen, die aus unschuldigen Kleinkindern die Soziopathen von Morgen machten, wird heute gern verkannt. weiterlesen »
Model werden - fast jedes Mädchen hat mindestens einmal im Leben diesen Traum. TV-Shows wie „Germany’s next Topmodel“ gaukeln vor die Chance auf den Traumjob sei zum Greifen nah.
Was ist dran an den Klischeevorstellungen vom Traumjob Model?
1.) Spieglein, Spieglein an der Wand, könnte auch aus mir eine zweite Claudia Schiffer werden?
Jein. Die Chancen auf eine Topmodelkarriere wie Claudia Schiffer und Heidi Klum sie hinlegten, sind sehr gering. Die meisten Models verschwinden nach wenigen Jahren wieder in der Versenkung. Mit Ende 20 ist meist Schluss, man sollte jedoch früh angefangen haben. 14-15 wird als Einstiegsalter empfohlen. Auf den Laufsteg darf man in den meisten Ländern, z.B. in Deutschland, jedoch erst ab 16.
2.) Um Model werden zu können, muss man mindestens 1,75m groß sein.
Nööööt! Falsch! Kate Moss ist gerade 1,72m groß, ihre Kollegin Agyness Deyn misst ebenfalls nur 1,73m.
3.) Tolle Klamotten tragen und nichts tun, außer vor der Kamera posieren und damit auch noch reich werden, traumhaft!
Oha, das ist eine ganz falsche Vorstellung. Das Fashion-Business ist knallhart. Models werden wie Objekte behandelt, wer nicht den Maßen oder Vorstellungen entspricht, wird einfach ersetzt. Das Schminken und Stylen dauert manchmal mehrere Stunden. Man braucht viel Geduld und darf dabei nicht zimperlich sein, auch um den heißen Scheinwerfern beim Fotoshooting stand zu halten, manchmal in den unbequemsten und hirnrissigsten Positionen, wenn es der Fotograf verlangt. Und nicht vergessen, immer schön lächeln! Die Bezahlung reicht kaum um langfristig davon zu leben. Sieht es in einem Monat mal schlecht aus mit Aufträgen, gibt’s auch kein Geld. Außerdem behalten die Augenturen ca. 30% der Gagen als Provision ein. weiterlesen »
Bei den Jugendlichen muss es immer die neueste Markenkleidung sein. Um genau den Style der Superstars zu tragen und ebenso glamourös zu wirken oder in die Gruppe zu passen zu der man so gerne gehören möchte. Das ist in vielen Schulen Alltag und zeigt sich schon in den jüngsten Jahrgängen.
Der extremer Gruppenzwang, welcher in der Phase der Persönlichkeitsentwicklung bei Jugendlichen zu bestimmt über 80 Prozent aufgegriffen wird, spiegelt ganz genau den Lebensstil unserer Gesellschaft wieder. Geld ist Statussymbol und wird in Form von teurer Kleidung und neuen Handys zur Schau gestellt.
Ich würde gegenwärtig die Marken- bzw. Nicht-Marken-Typen unter Jugendlichen in drei Kultur-Gruppen einteile. Da sind zuerst diese, welche teuren Marken tragen mit Labels von Calvin Klein, Polo Sport, Tommy Hilfigher, Prada, Gucci und so weiter. Es folgen die sogenannten ‘Prolls’, die man an ihren Mützen erkennt und den bis ins Knie hängenden Skaterhosen. Ihre Lieblingslabels sind Fila, Nike, Sir Benny Miles, Addidas, Ecko. Die dritte Gruppe sind eher die ‘Normalos’, welche billige Kleidung kaufen und nicht zu einer der extremen Gruppen zu zuordnen sind. Sie tragen Labels von Buffalo, Orsay, Pimkie und H&M. Die letzte Gruppe sind die ‘No-name‘-Träger oder Markenverweigerer. Sie kaufen ihre Kleidung auf Flohmärkten und in Second-Hand-Läden oder tragen weniger bekannte Labels. weiterlesen »
“Die Jugend von heute” wer kennt diesen Ausspruch nicht? Dabei ist die Jugend von heute gar nicht so schlimm, wie allgemein angenommen wird.
Eine aktuelle Umfrage an einem Gymnasium ergab, dass alle Schülerinnen schon mal verliebt waren, aber nur rund 8% der Mädchen zwischen 13 und 15 Jahren sich in festen Händen befinden. 
Typisch Teenager hingegen scheint es zu sein, dass fast 100% der Mädchen die modernen Röhrenjeans tragen, die Farbe sei dabei egal, Hauptsache sie sei Modern.
Zudem haben alle Befragten etwa 30 Euro Taschengeld zur freien Verfügung im Monat. Sie gehen damit recht sparsam um und zahlen sich sich ihre Klamotten und auch das Kino selber.
Auch Streitereien zuhause gehören beinah zur Tagesordnung, wobei aber 80% der Befragten angaben, im Großen und Ganzen ein “okayes” Verhältnis zu ihren Eltern zu haben.
Die anderen 20% hingegen streiten sich um die Hausaufgaben oder den Freundeskreis. Auch die Zeit, welche vorm PC verbracht wird, ist oft ein Thema. Es heißt, die Eltern hätten Angst, dass die Teenager in eine Sucht verfallen, wenn sie zuviel vorm Rechner sitzen.
Auch die Schulnoten sind ein immer wiederkehrendes Thema, denn die meisten Eltern wollen, dass ihre Schützlinge gute Noten mit nach Hause bringen.
Nichtsdestotrotz ist in dem Alter zwischen 13 und 17 vieles wichtiger als Schule und Hausaufgaben, denn auch die Liebe will entdeckt werden und die erste Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht sind die interessantesten.
45% immerhin engagieren sich ehrenamtlich. Das Engagement geht vom stundenweisen Ausführen der Hunde aus den Tierheim bis über die Erledigung der kleineren Einkäufe für die Oma.
Alles in allem ist die Jugend von heute gar nicht so schlimm und selbige Aussage dürfte man somit also getrost zu den Klischees zählen, denn die Teenies tun auch nichts anderes, was Generationen vor Ihnen auch schon er- und gelebt haben: Die 1. Liebe genießen und die Stolpersteine überwinden, die einem auf dem Weg des Erwachsenwerdens eben manchmal im Weg liegen.
Mir scheint, Kindermode unterliegt einer eigenen Religion: Bunt, schrill und meistens überaus kitschig. Doch muss das sein?
Manche Eltern haben ja die Neigung, ihr Kind das ganze Jahr über zu verkleiden, obwohl Karneval schon längst vorbei ist. Vor allem kleine Mädchen werden häufig unfreiwillig Opfer der Modewut ungezähmter Mütter: Hier noch ein Schleifchen, dort noch ein Blümchen und am besten noch ein Röckchen mit putzigen Tierchen… Ist das chic? Ist das typisch Frau? Oder ist das typisch Kindermode?
Eins steht auf jeden Fall fest: In keinem Kindermoden Ratgeber finden übermotivierte Eltern die Anleitung für das „Overstyling“ der Kleinen. Doch steht auch fest, dass Kinder bunte Farben, lustige Motive und flauschige Stoffe mögen. Ein schlicht schwarz gekleideter Fünfjähriger, bei dem die braune Mütze schon das farbliche Highlight setzt, sähe schon traurig aus. weiterlesen »
Fortsetzung des ersten Teils zum Thema minderjährige Mütter.
Eine minderjährige Mutter hat im Regelfall Eltern, Familie, Freunde, die sie unterstützen. Die das Baby auch mal einen Abend nehmen, so dass sie einen Abend Teenager sein und mit Freunden ausgehen kann. Mal ehrlich - wir wissen nichts über die Träume, das Leben, die Umstände von Zeugung und Schwangerschaft. Wir sehen lediglich ein junges Mädchen, das versucht das Beste aus einer schwierigen Situation zu machen. Und das finde ich persönlich bewundernswert und mutig. Immerhin hätte sie auch “einfach abtreiben” können. Oder über Adoption oder sogar eine Babyklappe nachdenken können. Diese jungen Mütter haben sich für ein Leben mit ihrem Baby entschieden, mit allen daraus resultierenden Konsequenzen und möglicherweise auf sie zukommenden Problemen, und mit großer Wahrscheinlichkeit viel darüber nachgedacht.
Hier eine Darstellung des Themas aus einem anderen Blickwinkel. Hier haben sich eine Siebzehnjährige und ihr Freund bewusst für ein Baby entschieden und eine Familie gegründet. Über ihre Gefühle und Erfahrungen, eine minderjährige Mutter zu sein, hat sie ein Gedicht geschrieben.
Und mal im Ernst - wieviele Schwangerschaften auf der Welt sind geplant? Wieviele Schwangerschaften sind Resultat von versagender Verhütung oder einer Kurzschlusshandlung? Keiner käme auf die Idee, eine erwachsene Frau verantwortungslos oder dumm zu nennen, obwohl ihr Kind auf gleiche Weise entstanden sein kann, wie das einer minderjährigen Mutter.
Was bliebe also zum Abschluss zu sagen? Sind minderjährige Mütter dämlich, egoistisch, verantwortungslos? Im Gegenteil. Ich halte sie für mutige und starke Mädchen und habe Respekt vor den Opfern, die sie zu bringen bereit sind, sein müssen. Und was diese Mädchen brauchen sind bestimmt nicht Vorurteile, Getuschel und Vorwürfe - sondern Unterstützung, Anerkennung und Beratung auf ihrem Weg.
Der Anblick war früher selten, heute begegnet man ihm in Großstädten doch des Öfteren: Ein junges Mädchen schiebt einen Kinderwagen vor sich her. Manchmal ist es die Schwester, oftmals allerdings auch die jugendliche Mutter.
Über Teenager-Mütter gibt es Klischees wie Sand am Meer. Sie sind dumm, denn offensichtlich können sie nicht verhüten. Sie sind verantwortungslos, denn sie setzen in ihrer unzulänglichen Situation ein Kind in die Welt. Sie sind billige Flittchen, denn sie haben in ihrem Alter, wie man sieht, bereits Sex. Wer weiß mit wievielen Typen!
Kurzum: Man stellt sich die minderjährige Schwangere bzw. Mutter als heruntergekommene, billige Schlampe vor, deren Horizont zwei Zentimeter weit reicht und die sich langweilt und ihr bemitleidenswertes Kind lediglich benutzt, um sich die Langeweile zu vertreiben. Schrecklich, denn immerhin versaut sie sich ja die Zukunft, Jugend, ihr eigenes Leben und das ihres Kindes sowieso.
Über keine Gruppe Jugendlicher wird so harsch und teilweise herzlos geurteilt wie über Mütter unter 18. Oder unter 16. Ein Video, das mich persönlich sehr berührt hat, soll einen kleinen Einblick in die Realität geben. Es stammt von einer minderjährigen Mutter aus den USA.
Klischees kommen nie von irgendwo her, es hat immer Menschen gegeben, die diesem Klischee entsprechen und sicher ist es bei jugendlichen Müttern nicht anders. Die Wahrheit ist allerdings weniger einfach und offensichtlich, als geglaubt wird. Denn - was weiß man schon als Passant über das Leben einer solchen jugendlichen Mutter? Sie könnte ein Vergewaltigungsopfer gewesen sein. Das Kondom könnte geplatzt sein - und das passiert ja wohl nicht nur Paaren unter 18. Sie könnte überglücklich sein. Sie könnte ihre Schule bereits nachholen oder abgeschlossen haben. Es gibt zahlreiche Förderprogramme und Hilfsstellen für jugendliche Mütter, die in diese Richtung hin unterstützen.
Weiter geht es im zweiten Teil dieses Artikels.
Hier der letzte Teil der Artikel-Serie “Jugendliche und Sexualität”.
Von “Banalisierung” des Sex ist die Rede. Kein Wunder - Sex ist überall und Anstandsdamen gibt es schon lange nicht mehr. Eltern verbieten ihn nicht und “verrucht” ist er auch nicht mehr wirklich. Vor Allem das Internet bietet verschiedene Möglichkeiten, gerade für sehr junge Teenager, sich mit Sex vertraut zu machen. Erotische Webcam-Fotos von sich oder anderen angucken gilt dabei schon fast als langweilig. Groß geschrieben wird “CS” - Cybersex, bei dem beide Chatter im Chatfenster beschreiben, wie sie einander ausziehen und danach Geschlechtsverkehr haben. Und da es nur Worte sind fehlen natürlich auch Hemmungen. Abenteuerliche Praktiken werden virtuell durchexerziert und was im Internet so einfach ist, kann doch im “echten Leben” auch nicht verkehrt sein, so erscheint es den Jugendlichen.
Interviews und Umfragen zeigen, dass die Teenies in Sexfilmen nach einer Art “Gebrauchsanweisung” suchen. Wo sind erogene Zonen, was macht Spaß, wie funktionieren auch abenteuerliche Stellungen oder Praktiken für “Fortgeschrittene”? Hauptsache den anderen in nichts nachstehen.
Alles Porno oder was? Teil 2 einer sehr interessanten Reportage zur Thematik.
Natürlich wäre es jetzt einfach entsetzt und schockiert zu sein, den Kopf zu schütteln und sich entgeistert zu fragen, wo das alles mal enden sollen, wenn die Moral so verfällt. Eine richtige Antwort gibt es darauf nicht. Stattdessen den Fakt, dass die Zukunftsträume der meisten Jugendlichen eher spießig sind - sie wünschen sich ein Häuschen im Grünen, eigene Kinder, ein hübsches Auto vor der Tür, die große Liebe. Auch wenn das beinahe schon schizophren anmutet.
Was können Eltern tun? Nicht viel, denn die meisten Jugendlichen geben an, mit ihren Eltern selten bis nie über Sex zu sprechen. Was also bleibt, ist offen zu sein für Dinge, die die Teenies besprechen wollen - bedrängen sollte man sie jedoch nicht. Abgeklärte Jugend, ein Klischee, das im Großen und Ganzen (leider?) der Wahrheit entspricht.
Hier nun die Fortsetzung zum Thema Jugendliche und Sex.
Umfragen und Interviews zeigen es immer wieder - Sex ist für unsere Jugendlichen einfach nichts Besonderes mehr. Man tut es eben, “ist doch nichts dabei”. Warum ist das so? Hauptsächlich möchten Jugendliche heute früh reif und erwachsen sein. Und was macht erwachsener als Alkohol, Sex und Rauchen? Tun die ganzen Erwachsenen im Fernsehen schließlich auch.
Wirklich überraschend ist es unter diesen Umständen wirklich nicht, dass schon mehr als die Hälfte aller 16-Jährigen bereits das “erste Mal” hinter sich hat. Und wo die Grenze ist, lässt sich auch als Elternteil schlecht einschätzen. Abends mit der Tochter fernzusehen, da ist doch nichts dabei. Wenn dann allerdings die Lieblings-Serie der Kleinen, Sex and the City, läuft, in der vier erwachsene Frauen bei ihren erotischen Abenteuern und Erlebnissen begleitet werden, geschaut wird - ist das dann schon zuviel?
“Hallo Beraterteam. Mein Freund hat gesagt, wir sollen doch Analverkehr machen. Wir haben uns für nächste Woche verabredet, und ich habe Angst, dass ich was falsch mache. Bitte sagt mir, was ich tun muss”, mailt eine 13-Jährige an ein Beraterteam in einem Internetforum. Woher diese Hemmungslosigkeit kommt, Erklärungsansätze haben wir bereits besprochen. Auch Vorbilder spielen hierbei sicherlich eine große Rolle. In vielen Liedern der von Teenies heiß vergötterten Musikern geht es knallhart um das Eine - “Du weißt, ich schlage sie, ficke sie, liebe sie, verlasse sie, weil ich sie verdammt noch mal nicht brauche”, rappt zum Beispiel Jay-Z. Kein Grund Jay-Z zu verteufeln, der Mann ist bei Weitem nicht der Einzige.
Der dritte und letzte Teil dieses kleinen Exkurses findet sich hier.