Alles Klischees

Wir gehen der Sache auf den Grund
 


Archiv: typisch japanisch

Hallo Kitty, das bekannte Comic-Kätzchen ist aus unserem Alltag nicht mehr weg zu denken. Vom Handy über Baby-Accessoires bis hin zum T-Shirt oder Laptop, überall grinst uns das weiße Katzenköpfchen entgegen und hat es damit auf die obersten Stufen der beliebtesten Merchandise Artikel geschafft.

Hello Kitty Leuchte und Stempel, ©flickr by Din♥raIm Jahre 1974 erblickte Hello Kitty in den heiligen Hallen des japanischen Herstellers Sanrio das Licht der Welt. Designerin Yuko Shimizu gab dem Kätzchen im Gedanken an das Buch ‘Alice hinter den Spiegeln’ von Lewis Carroll seinen Namen.

Und damit begann die Erfolgsgeschichte von Hello Kitty. Anfangs sollten vor allem junge Mädchen mit den sehr kindlich femininen Produkten erreicht werden. Doch mittlerweile gibt es ebenfalls Produkte für Frauen jeden Alters. Die Palette reicht von Kuscheltieren, Geldbörsen und Textilien bis hin zu Haushaltsgeräten, Computerzubehör und Lebensmitteln. Hello Kitty ist zu einer Marke geworden die Kinder genauso wie jung gebliebene Erwachsene lieben.

Hello Kitty - 1001 Accessoires

Die über 22.000 verschiedene Produkte von Hello Kitty, die heute auf dem Markt sind, sind aber nicht immer hundertprozentig jugendfrei und für jede Altersgruppe geeignet. Neben diversen  Kidult-Produkten, für Erwachsene, haben auch skurrilitäten wie der Hello Kitty Vibrator ihren Weg in die Regale gefunden. Ursprünglich sollte dieser nur in Japan angeboten werden, aber im Zeitalter des Internets hat der erotischeMassagestab‘ über verschiedene Online-Auktionshäuser schnell auf dem internationalen Markt verbreitet. weiterlesen »


1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...

Sie tragen bunte Klamotten, schrille Perücken und überhaupt - meistens kann man die Frauen und Männer nicht mal wirklich auseinander halten. Alles ist ein androgyner, kreischend gefärbter Einheitsbrei.

Die Rede ist von “Visual Kei”, einem aus Japan stammenden Phänomen, das allmählich in andere Teile der Welt überschwappt. Mit Visual Kei meint man Musiker und ihre Fans, die durch ein extrem auffälliges Äußeres bestechen, eine bestimmte Musikrichtung kann man dabei nicht zuordnen, denn Visual-Kei-Gruppen beschränken sich nicht auf ein Genre.

Ein richtig festgelegtes Aussehen gibt es hierbei nicht, verschiedene Elemente werden immer wieder neu miteinander kombiniert, zum Beispiel Gothic-Style oder Punk oder Baby-Doll. Daraus entstehen dann Lolita-Richtungen oder andere bizarre Erscheinungen. Die kulturellen Ursprünge dieser Bewegung sind nachvollziehbar: Wie bereits in vorigen Artikeln erwähnt, ist das Leben des Japaners in der Regel sehr strukturiert und dreht sich um Arbeit und Disziplin. Aus diesem Trott lässt sich nur in der Freizeit ausbrechen und so fingen J-Rock-Bands bereits in den 80ern an, sich ausgefallen zu kleiden und zu schminken. Ihnen nacheifernde Fans waren schnell gefunden.

Seit Ende der 90er greift dieser Trend auch vermehrt auf Amerika, Frankreich oder Deutschland über. Am ehesten entdeckt man “Visus” auf Anime-Conventions, Cosplay-Veranstaltungen oder Konzerten der entsprechenden Visual-Kei-Bands.

Ein definitiv sehr abgedrehter Trend. Das Klischee, dass es sich bei diesen Bands hauptsächlich um Schwuchteln handelt (immerhin verkleiden sich da Männer nicht mal als Frauen, sondern in der Regel als MÄDCHEN) hält sich dabei hartnäckig, sollte aber wie üblich nicht zu ernst genommen werden.


1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...

Erotisches Japan

Autor: Sarah
abgelegt in: typisch japanisch

Kein Land wird mehr mit höflichem Verbeugen, Nettigkeit, Geduld im Umgang miteinander und strengen gesellschaftlichen Regeln verbunden als Japan. Da sollte man doch meinen, gerade das Intimleben stünde unter strengstem Verschluss und dränge nicht nach außen.

Allerdings ist Japan im Kontrast dazu untrennbar mit Erotik verknüpft. Als erstes hätten wir die erotischen Mangas (japanische Comics), in denen es schon mal gut zur Sache geht. Besonders männliche Homosexualität erfreut sich dabei in letzter Zeit an großer Beliebtheit. Als nächstes gäbe es die zum Teil sehr pornographischen und gruseligen Hentais - das sind Animationsfilme mit oft explizit sexuellem Inhalt. Besonders gerne werden dabei Vergewaltigungsszenen gezeigt oder aber scheußliche Tentakel, die sich an den oft jungen Frauen vergehen. Und wenn nichts davon vorkommt - dann doch zumindest ein paar Schulmädchen in kurzen Röckchen.


Und so sieht ein Lovehotel von innen aus

Dann nicht zu vergessen - die Lovehotels. Das sind stunden- oder nächteweise mietbare Etablissements, in denen man paarweise oder allein Sex haben oder Pornos genießen kann. Mit Whirlpool, Kingsize-Bett oder als Themenzimmer (Zugabteil, Krankenhauszimmer…) können Touristen und Japaner selbst dort ihre geheimsten Sehnsüchte für umgerechnet 40 - 120 Euro ausleben.
Des Weiteren halten sich ja hartnäckig Gerüchte über Automaten, die getragene Mädchenslips anbieten. Berichte im World Wide Web zeigen allerdings, dass es sich hierbei um Unsinn handelt. Es gibt keine nachgewiesenen Automaten, wo man getragene Mädchenunterwäsche bekommt. Sehr wohl kann man aber frische Unterwäsche aus solchen Automaten erwerben.

Warum in einem sonst so “braven” Land solche moralischen “Unsitten” herrschen? Da kann man nur spekulieren. Vielleicht gerade weil sonst so viel Strenge herrscht, braucht der Japaner wenigstens dieses eine Ventil.


1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...

Fortsetzung vom ersten Teil

Yurakucho, Tokyo Japan © flickr / OiMax

Bevor wir allerdings in Mitleid für den überarbeiteten, gesellschaftlich geknechteten Japaner versinken, lasst uns einen Blick auf die andere Seite des japanischen Lebens werfen. Oder würde eine deprimierte Gesellschaft so exzessiv für Tamagochis, Pokémon, Videospiele, Karaoke und Gaming-Halls stehen?

Sicherlich nicht. Auch wenn es oft anders erscheint, der Japaner hat trotzdem seinen Spaß. Ob mit Freunden in kleinen Boxen einer Karaoke-Bar, beim Lesen von Mangas oder bei Videospiel-Sessions vor der heimischen Konsole – Kein anderes Land hat seine Hand so stark im Vergnügungsmarkt. Oder wo ist Karaoke noch so beliebt? Wo werden mehr Comics oder Trick-Fernsehserien produziert? Mangas und sogenannte Animes boomen und schwappen von Japan gerade in einem ordentlichen Schwung zu uns Europäern herüber. Und wer kennt nicht Final Fantasy, Yu-Gi-Oh, Pokémon, Dragon Ball inklusive der zahlreichen Serien, Spiele und Merchandising-Produkte dazu? Alles Made in Japan. Zusätzlich dazu gibt es auch kein anderes Land in der Welt, das so stark für seine Love-Hotels und erotischen Obskuritäten bekannt ist… Aber ich schweife auch hier in Klischees ab und werde einigen Teilaspekten dieses Beitrags vielleicht demnächst einen eigenen Beitrag gönnen.

Fassen wir also klärend zusammen: Ja, Japan arbeitet mehr als wir und ja, Japan hat kleinere Wohnungen. Das hat aber alles seine Ursache. Zu kurz kommt der Spaß nur bei den wenigsten ;) Und verbissene Arbeitstiere, die ihren Job mehr lieben als Familie und Hobbys, die gibt es bekanntlich nicht nur im Land der aufgehenden Sonne.


1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...

Asakusa in Tokyo Japan © flickr / OiMax

Mal im Ernst, wenn man an die japanische Gesellschaft denkt, erinnert man sich zuerst mit sorgenvoll gerunzelter Stirn an den übermüdeten Japaner mit nur einem Urlaubtag pro Jahr, der soviel schuftet und unter so hohem Leistungsdruck steht, dass viele Schüler sich schon in jungem Alter in Selbstmordversuchen üben. Und als wäre das nicht genug, lebt der Japaner in einer Sardinendose von Wohnung, die von einer französischen Premier-Ministerin anschaulich als „Kaninchenstall“ beschrieben wurde.

Selbstverständlich sind die Lebensbedingungen in Japan deutlich schlechter als hier in Deutschland. Tatsache ist, dass in Japan 126 Millionen Menschen auf einem sehr kleinen Gebiet zusammen leben. Das kommt daher, dass aufgrund von Wäldern, Gebirgen und anderen nicht bewohnbaren Gegenden das tatsächlich beziehbare Territorium recht klein ist. Logisch, dass sich die vielen Menschen dann in diesem Territorium (vorwiegend den Küstenregionen) regelrecht türmen. Damit das Zusammenleben auf so engem Raum gut funktioniert, ist natürlich Disziplin undJapan Sakura Blüte © flickr / Kanko* respektvoller gesellschaftlicher Umgang miteinander vonnöten. (Das dürfte die so gut bekannte Höflichkeit der Japaner erklären.)

Und was hat es jetzt mit den unmenschlich harten Arbeitsbedingungen in Japan auf sich? Offiziell arbeiten Japaner 1930 Stunden im Jahr, in Deutschland sind es vergleichsweise rund 1620 Stunden. Der Japaner arbeitet also knapp 1,3 Stunden mehr am Tag als unsereins. Woher das kommt? „Rangniedere“ Japaner dürfen erst nach ihren höher gestellten Kollegen nach Hause. In einem großen Betrieb mit vielen kleinen Mitarbeitern wird also der Chef nach Hause gehen, dann höhere Verwaltungsangestellte und dann erst die Mitarbeiter. Durch diese gesellschaftliche Üblichkeit sammelt sich natürlich einiges an Mehr-Arbeiszeit sowie Überstunden an.

Mehr dazu im zweiten Teil.


1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading ... Loading ...