Alles Klischees

Wir gehen der Sache auf den Grund
 


Archiv: typisch italienisch

Die Weltmeisterschaft 2006 hat es bereits gezeigt - den italienischen Fußballer in seiner vollen Pracht.

Er ist sicher kein scheuer Zeitgenosse, der kickende Italiener. Wie sieht er aus, woran erkennt ihn der Laie in freier Wildbahn? Aufgepasst - er ist klein und dunkelhaarig: bei langem Haar ist dieses in der Regel strähnig und wirkt vernachlässigt. Des Weiteren fällt der italienische Fußballer durch seine behaarten Beine auf, die aus seinen Fußballshorts hervorlugen. Seine Knieschoner sind oftmals schmutzig und voll Grasflecken, warum, sehen wir in der Verhaltensbeschreibung dieses possierlichen Tierchens.

Italienflagge © Max Schiro / flickr.com

Der kickende Italiener ist bei seinen Fußball-Kollegen anderer Länder und deren Fans oft nur wenig beliebt. Dies mag in seinen Verhaltensmustern begründet liegen, die wiefolgt aussehen: Neben dem originellem und oft sehr beeindruckendem Fußball, den der Italiener spielt, ist vor Allem sein Verhalten in spielerischen Konfliktsituationen oder gar brenzligen Spielmomenten zu bemerken. Bewältigungsstrategie Nummer eins: Aggression. Gegnerische Spieler werden rücksichtslos umgerannt, niedergestiefelt oder gefoult. Beschweren sich Schiedsrichter oder der Verletzte, wird vehement abgestritten und darüber gewehklagt, wie unfair diese Verschwörung gegen den italienischen Spieler ist.
Bewältigungsstrategie Nummer zwei: Mitleid heischen. Dies wird durch einen oft spektakulären Stunt zu erreichen versucht, bei dem der Italiener sich gekonnt auf den Boden wirft. Es folgt ein rührendes Schauspiel: Sich ein beliebiges Körperteil haltend und mit schmerzverzerrter Miene bitterlich weinend und fluchend rollt sich unser italienischer Freund teilweise minutenlang auf dem Rasen herum.
Der Erfolg beider Strategien beläuft sich auf 50:50. Die kassierten Antipathien sind allerdings maßlos.

Der italienische Fußballer ist ein begabter Mann, der durchaus etwas kann - aber von seiner Mama nie etwas über faire Konfliktbewältigung gelernt hat und deshalb das Arschlochkind im Sandkasten des internationalen Fußballs darstellt.

(Diese humorvoll angelegte Spielerei mit den gängigsten Klischees um den italienischen Fußballer ist bitte nicht für bare Münze zu nehmen.)


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Wir alle lieben sie - die Pasta. Am liebsten würden wir sie jeden Tag essen. Und ich würde behaupten sie landen in einem durchschnittlichen Haushalt mindestens 2 Mal pro Woche auf den Teller.
Spaghetti©flickr/N06/

Deshalb sage ich, dass die Deutschen mindestens genauso gut Pasta kochen, wie die Italiener.

Zumal- wär hätte das gedacht- unsere heiß geliebten Spaghetti gar nicht in Italien, und somit typisch italienisch sind, sondern vor Tausenden Jahren in China erfunden wurden. Natürlich wollen die Italiener davon nichts hören und deshalb ist es auch nicht verwunderlich, wenn diese Tatsache in den sonnigen Breiten Italien im wahrsten Sinne des Wortes “unpopulär” ist. Nudelgerichte gelten als original italienisch, wie die Mona Lisa oder die Mafia.

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“Italiener. Italiener sind tolle Liebhaber und haben ständig Sex. Nachteil ist dabei nur, dass sie einen sehr kleinen Penis haben und super behaart sind.”
Soweit die landläufige Meinung. Wider- oder belegen wir diese und andere interessante Kleinigkeiten rund um Sex und den italienischen Landsmann doch mal.

=> “Italienisch”. Das ist auch der Name einer Sexualpraktik. Der Mann “dringt” dabei in die Achselhöhle ein. Warum das gerade “italienisch” heißt, ist nicht definitiv belegt. Man vermutet allerdings, dass es mit der früheren strengen Religiösität im Lande zusammenhängt - Frauen sollten als Jungfrau in die Ehe gehen. Mit dieser “Sexpraktik” konnten naive Dinger ihrem Partner Lust bereiten ohne sich selbst “entehren” zu lassen.

=> Eine Studie belegt, dass an den Italienern nicht soviel dran ist wie an ihrem Ruf. Nur zwei Prozent geben an, täglich Sex zu haben und nicht einmal ein Viertel der Befragten halten sich für gute Liebhaber, geschweige denn “sexy. Also nach außen hin große Klappe und insgeheim von Selbstzweifeln geplagt?

=> Glücklich sind sie dabei aber trotzdem. Eine andere europaweite Studie ergab, dass zwei Drittel der befragten Italiener ihr Sexualleben als “zufriedenstellend / befriedigend” einstufen würde. Damit wäre Italien Spitzenreiter in Europa, noch vor uns Deutschen, wo nur 55 Prozent dasselbe von sich behaupten konnten.


Und dann klingt die Sprache auch noch so schön…

=> Wie entsteht nun das Klischee vom italienischen Casanova? Ambiente ist das Zauberwort. In Italien herrscht warmes Klima mit wundervollen Sonnenauf- und -untergängen, das Essen ist angenehm und köstlich und das Land verbreitet ein permanentes Urlaubs-Feeling. Wenn da nun auch noch ein freundlicher Italiener von “amore” und ähnlichem säuselt - wem würde da nicht das Herz höher schlagen?

=> Der Italiener hat einen kleinen Penis? Sehr falsch gedacht. Im Vergleich steht Italien bei der Durchschnittslänge des männlichen Penis auf Platz 2 nach Frankreich!Mit 15,1 cm kann sich der Otto-Normal-Italo rühmen. In Frankreich sind es 16, bei uns Deutschen 14,7 cm. Trauriges Schlusslicht ist Südkorea - da sind 9,6 cm Durchschnitt.


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Der Fiat - das typisch italienische Auto © flickr / tonylanciabeta

Der Italiener, das weiß man, liebt nur seine eigenen Autos. Ob der Italienische Gigolo aus dem Fenster eines Alfa Spider heraus versucht, Strandschönheiten abzuschleppen, oder der italienische Geschäftsmann fluchend seinen Fiat in die Parklücke zwängt - fremde Autos sind in Italien überhaupt nicht erwünscht!

Das ist natürlich Quatsch. Klar lieben die Italiener ihre Autos. Ein Ferrari - das ist auch in Italien etwas Besonderes. Aber schon lange ist Italien kein Land mehr, in dem nur lokale Qualitäten gelten. Die Römer mögen sich ob der ihrer Kultur innewohnenden Verwurzelung auch in Sachen Autos gegen die Globalisierung gesträubt haben - angekommen ist sie trotzdem.

Wer Geld in der Tasche hat, muss sich heute auch in Italien zwischen einem Brera und einem Mazda Coupé entscheiden - eine Klasse tiefer eben zwischen Fiat und VW. Die beiden Links zeigen gut, was ich meine: “Fiat Deutschland” und “VW Deutschland” - die beiden Marken gibt es überall auf der Welt. Schon längst ist Europa kein Flickenteppich mehr und gerade auf dem von internationalen Firmen dominierten Automarkt gehören Markenklischees der Vergangenheit an.


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