Alles Klischees

Wir gehen der Sache auf den Grund
 


Archiv: typisch deutsch

WGs - Ort der Freude! © flickr / pjotr_Wohngemeinschaften gibt es mindestens schon so lange, wie es Studenten gibt. Dass sich zwei oder mehr Leute zusammentun, um die Miet- und Nebenkosten zu drücken, ist mittlerweile Usus.

Klar, dass da nicht immer alles glatt läuft, genauso klar, dass es zum Thema hundertundein Klischee gibt, von denen ich Euch einige ausgewählt habe.

WGs sind eine Gemeinschaft: Ob zusammen spielen, zusammen abwaschen, zusammen kochen, putzen oder häkeln - hier pulsiert der sozialistische Gedanke noch und trägt schimmerende Früchte in den Herzen der WGler. Die Realität sieht leider oft so aus, dass die WG aus drei geschlossenen Türen besteht, hinter denen sich die Mitglieder zwecks Wahrung der Privatsphäre verschanzen.

WGs sind schmutzig: Klar, irgendwie sorgen sich alle, aber irgendwie bleibt auch immer was liegen. Die Teller im Spülbecken zum Beispiel. Oder der Müll an der Türe. Die Rechnungen auf dem Fußboden. Das ist mir ehrlich gesagt so schon passiert - man kann dann nur hoffen, dass die WG andere Qualitäten aufweist!

Nur Spinner leben in WGs: Der von grüner Weltbefreiung faselnde Öko-Schwabe mit Rastalocken (trinkt ausschließlich Tee!), der Antifa-Russe mit kahlem Schädel und RAF-Tätowierung auf dem Unterarm, die lesbische Frauenrechtlerin mit Topfhaarschnitt die die Wohnungsvermietung wegen sexueller Belästung verkalgt- die treffen sich alle in WGs und planen die Weltverschwörung! Hm… naja, manchmal vielleicht. Meistens sind das aber Mathestudenten aus China, die… Huch, nächstes Klischee!

Nur Mathestudenten aus China ziehen in WGs, man ist also umgeben von hochintelligenten Nerds, die sich Zeit ihres Lebens über Assembler-Sprachen und Spieltheorie unterhalten. Das gibt es, dem ist aber durch ein bisschen Vorauswahl zu begegnen, sollte einem Mathe nicht liegen.

WGs sind toll, Klischees zu WGs auch - schließlich finden sich ausschließlich ganz besondere Menschen in WGs, die man sonst wirklich nirgendwo auf der Welt finden kann… ;)


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Das deutsche Ur-Klischee

Autor: Sarah
abgelegt in: typisch deutsch

Wir hassen Juden. Wir hassen Ausländer. Hitler ist unser großes Vorbild und wir lieben ihn immer noch. Krieg ist prima und wir würden heutzutage, wenn wir dürften, jederzeit wieder Juden töten.

Das ist das gängige und supertraurige Klischee, das vor allem unter Jugendlichen im Ausland über Deutsche herrscht. Rassismus, Nationalsozialismus - typisch Deutsch halt.

Dennis Gansels neuer Film Die Welle beschäftigt sich mit dieser Thematik. “Wir Deutschen” distanzieren uns heute gerne von den Geschehnissen im Dritten Reich. Das könne heute nicht mehr passieren, wir sind viel zu aufgeklärt. Denken in Gansels Film auch die Schüler einer recht gut betuchten Kleinstadt. Lehrer Wenge (Jürgen Vogel) will dem durch ein Experiment auf den Grund gehen. Er fördert die Disziplin in seiner Klasse, macht sich selbst zur Leitfigur. Die Schüler reagieren außerordentlich positiv, sind begeistert dabei und kommen bereits kurze Zeit später in einheitlichem weißen Hemd zur Schule um ihre Zugehörigkeit zur Gruppe “Die Welle” zu demonstrieren. Was anfangs noch wie eine prima Sache aussieht, die den Lernerfolg und das Miteinander positiv beeinflusst, entwickelt schnell gruselige Züge. Außenseiter werden gedrängt, beizutreten; das Welle-Logo wird in der Stadt an Wände gesprüht; Feinde der Welle bekommen blanken Hass zu spüren. Wenge bricht das Experiment ab, indem er seinen Schülern vor Augen führt, wie weit eine derartige Gruppendynamik und Ideologie einen treibt. Die Auflösung der Welle sorgt für Ernüchterung und Verzweiflung - ein besonders labiler Schüler zieht eine Waffe und erschießt sich selbst.


Trailer zu Gansels “Die Welle”

Ein mitreißender Film, der Gänsehaut macht und natürlich wieder für wissendes Nicken sorgt. Klar. Die Deutschen können einfach nicht anders, wa? Interessant vor diesem Kommentar wäre die Information, dass das ursprüngliche Experiment mit dem Titel “The third Wave” von einem Lehrer namens Ron Jones 1967 in Kalifornien durchgeführt wurde. Alle “Die Welle“-Verfilmungen basieren auf diesem realen Vorfall, der glücklicherweise im Gegensatz zum neuen Film nicht mit einem Toten endete.
Übrigens ging letzten Sommer die Nachricht durch die Medien, das ein ähnliches Experiment an einer texanischen Schule aus dem Ruder lief.

Man sollte daraus schließen, dass Rassismus eben nicht einfach typisch deutsch ist und auch nicht immer nur “Judenhass” oder “Ausländerfeindlichkeit” bedeutet. Rassismus ist etwas, das in jedem von uns steckt und genau dann anfängt, wenn wir uns selbst, aus welchem Grund auch immer, für besser oder wertvoller als andere Menschen halten.


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Bier, Weißwurst, Jodelei

Autor: Sarah
abgelegt in: typisch deutsch

Habt ihr euch jemals gefragt, was man eigentlich außerhalb unserer Grenze über die Deutschen denkt? Wofür Deutschland bekannt ist, ganz unbeschönigt?

Allgemein wird Deutschland gerne auf Bayern reduziert. In den USA zum Beispiel denkt man bei “Germany” an Lederhosen, Bier und Bratwurst. Des Weiteren rasieren die deutschen Frauen sich nicht unter den Armen und ganz generell riechen Erdinger Weißbier © flickr / tiloewir unangenehm nach Schweiß.
Jugendliche nennen uns Deutsche gerne mit etwas abfälligem Unterton “Krauts”. (Anspielung auf das in Deutschland so gern gegessene Sauerkraut, das ebenfalls von vielem mit unserem Land verbunden wird.)

Was für Eigenschaften schreibt man uns in anderen Ländern zu?
Zu allererst die gute alte Pünktlichkeit. “Der Deutsche kommt lieber eine halbe Stunde zu früh, als 5 Minuten zu spät”, heißt es. Darüber hinaus verstehen wir keinen Spaß, saufen im Urlaub bis zum Umfallen und sind genauso schlimme Touristen wie die Engländer, da wir noch vor Sonnenaufgang die Liegen am Pool reservieren. Außerdem sind wir streitsüchtig, immer sofort beleidigt und haben wenig Sex. Besonders schön: Deutsche tanzen auch noch schlecht.

Wir haben komische, religiöse Feiertage und ein gutes Verkehrssystem. Darüber hinaus schreibt man uns Egoismus, Verbissenheit, aber auch Fleiß zu. “Made in Germany” steht im Ausland allgemein für gute Qualität (hey, hey!).
Deutsche Männer haben einen Bierbauch und tragen Sandalen und weiße Socken und, das Traurigste, - Deutschland wird immer noch nahezu sofort mit “Hitler” assoziiert.

Diese Klischees herrschen hauptsächlich in den USA, Polen und allgemein in kleineren Dörfern und Gemeinden. Ich möchte den Leser bitten, sich nicht auf den Schlips getreten zu fühlen. Klischees gibt es über jedes Volk zuhauf. Und wir werden hier bestimmt das ein oder andere Deutschen-Klischee noch genauer unter die Lupe nehmen. ;)


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