Die finale Szene in einem Hollywood-Liebesfilm – eine Hochzeit. Und natürlich scheint die Sonne, Vögel zwitschern munter und von irgendwo steigen überraschend rote Luftballons in den Himmel. Ein weiteres Beispiel: wir sehen eine Beerdigung. Alle anwesenden in Schwarz, natürlich, und es regnet. Warum? Schönes Wetter in großartigen Momenten, schlechtes Wetter zur Trauerfeier. Warum müssen in Filmen immer grundsätzlich Klischees bedient werden?
Gut Hollywood, wäre nicht Hollywood, wenn es in seinen Filmen nicht das zeigen würde, was die Menschen erwarten. Sie wollen sich in die Situationen hinein versetzten, mitfühlen und solche Klischees wie das Wetter unterstützen Szenen durch ihren unterschwelligen Background einfach sehr gut. Doch ein Film mit einer Schlechtwetterhochzeit wäre doch auch mal was Neues – der Kassenknüller überhaupt. Doch diese Situation würde höchstwahrscheinlich wie eine Parodie auf den ganzen Film wirken und von der Mehrheit des Publikums nicht angenommen werden.
Hier noch ein paar weitere Klischees der Filmindustrie, zum lächeln und staunen.
Diese kurze Übersicht lenkt bereits den Blick darauf, dass man mit Klischees wunderbar spielen kann. Ich hoffe ihr hattet Spaß beim lesen und denkt bei nächsten Filmabend an diese kleine Lektüre. Vielleicht fallen euch ja nun auch so einige merkwürdige Zufälle auf, über die ihr lächeln könnt! ![]()
Total relaxt, immer ein Lächeln auf den Lippen, die Sonne im Herzen und Flip Flops an den Füßen, das ist Neuseeland-Lifestyle. Wer das schon einmal Live erlebt hat oder gar selbst auf den beiden Inseln am Ende der Welt war, weiß wie angenehm freundlich Kiwis sind. Doch woher kommt diese überdurchschnittlich gute Laune? Dieser Frage will ich heute mal auf den Grund gehen.
Es fängt ja schon damit an, das jeder Kiwi (die Neuseeländer bezeichnen sich übrigens auch selbst gerne als Kiwis) einem auf der Straße mit einem unglaublich breiten Grinsen im Gesicht begegnet. Das passiert vor Ort natürlich eher als hierzulande, aber das sei nur die erste Sache die mir aufgefallen ist als ich Neuseeland bereist habe. Fröhlich wird man von der Kassiererin im Supermark gefragt wie es einem geht und ob man den einen schönen Tag hatte. Diese Freundlichkeit ist für den durchschnittlichen Deutschen erst einmal ein Schock. Meint sie wirklich mich? Warum wünscht mit ein komplett Fremder auf der Straße einen guten Tag?
In den Sommermonaten, die sich deutlich länger in den höheren Temperaturgefilden abspielen als in Deutschland, sind sogar im Büro kurze Hosen und Badeschlappen angesagt. Das sorgt für eine entspannte Atmosphäre und folgerichtig gute Laune.
Studenten sind faule Chaoten und feiern ständig statt mal was Richtiges zu tun, z.B. arbeiten. So oder so ähnlich denkt anscheinend manch einer. Auch wenn diese Einschätzung nicht immer verbal geäußert wird, lässt sie sich durchaus des öfteren an den Reaktionen des Gegenüber erkennen.
So habe ich mich denn nun geoutet: Ja, auch ich war mal Student. Tatsächlich war auch ich manches Mal faul, chaotisch oder habe mit dem Feiern und Trinken übertrieben, so dass die Seminare am Vormittag auch mal ausfielen. Wenn just an diesem Morgen der Postbote um 11 Uhr klingelte und man verkatert und verlottert öffnete, konnte man sich des abschätzigen Blickes sicher sein und des sich anschließenden Gedankens: Typisch Student! Auch in diesem Fall war wieder einmal die Verallgemeinerung des Klischees bester Freund.
Selbst bei gelegentlichen Kneipenbesuchen unter der Woche - ganz legitim, wenn man am nächsten Tag keine Veranstaltungen zu besuchen hat, sondern vielleicht nur für ein paar Stunden in die Bibliothek will - schienen die anderen Besucher, die spätestens um Mitternacht aufbrachen, weil sie am nächsten Tag arbeiten mussten, oder der Taxifahrer, der einen schließlich um 4 Uhr zu Hause absetzte, sagen zu wollen: Das können nur Studenten sein, wenn die bis in die Puppen saufen.
Nur: wer weiß denn schon, dass man als Student eben nicht zwangsläufig einen geregelten Tagesablauf hat? Dass man die Zeit zu Hause auch zum Arbeiten nutzt, zum lesen, lernen, schreiben nämlich? Dass man auch mal die Nacht durcharbeitet? Dass die Nerven in Prüfungsphasen bis zum Reißen angespannt sind? Dass auch Lernen und Studieren harte Arbeit ist? Dass auch Studenten nur Menschen sind?
Frauen und PMS nur ein Klischee? Uns Frauen sagt man ja gerne nach, wir hätten jeden Tag eine andere Laune. Stimmt mit Sicherheit, warum denn auch nicht?
Es ist wie bei Männern auch, der Hormonhaushalt sorgt eben für Stimmung. Rein medizinisch gesehen, heißt PMS (PräMenstruellesSyndrom) nichts anderes, als das sich der Körper auf eine eventuelle Schwangerschaft einstellt und eben mal ein wenig den Hormonhaushalt ankurbelt.
In Wirklichkeit aber, ist die Sache viel komplizierter. Vor allem für Männer. Für Frauen ist das einfacher. Man kann sagen, dieses PMS ist immer dann mit von der Partie, wenn alles andere nicht mehr als Erklärung dient.
Man spricht auch dann von typisch Frau, wenn eine kleine Ursache eine große Wirkung hat:
Das ist die Chaostheorie in sehr verdeutlichter Ausführung. PMS und schlechte Laune, perfekt miteinander kombiniert. Ein chaotisches Pulverfass, könnte man meinen. Friedrich Nietzsche sagte mal zu der Sache mit dem Chaos: “Man muss Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können“.
Ich sage? Was sind schon tanzende Sterne …. wir Frauen wären ehrlich schon froh, wenn sich das gemeinschaftliche Abendessen nicht regelmäßig in einen emotionalen Kampfplatz verwandeln würde. Psychologische Kriegsführung hin oder her, sie sehen, wir Frauen haben es mit uns auch nicht leicht
.
Bei Billigflügen gibt es keinen Service – Ein böses Klischee, eine falsche Vorstellung von Service oder einfach nur die Wahrheit?
Das waren Zeiten, als Tripps mit dem Flugzeug noch Abenteuer waren! Das Ticket lange erspart und den Urlaub noch länger ersehnt, waren alle schon ganz aufgeregt, wenn der Tag des Abflugs endlich gekommen war.
Endlich am Flughafen angekommen, schien es fast so, als betrete man eine fremde Welt mit eigener Kultur und Spielregeln. Nette Frauen empfingen die Fluggäste am Schalter, im Flieger gab es leckeres Essen, kostenlose Zeitschriften und quengelnde Kinder wurden von zuvorkommenden Stewardessen mit Spielzeug bestochen.
Doch in der Generation der Billigflüge kehrte Deutschland und die Welt in Sachen Service in die Steinzeit zurück. So ist jedenfalls die Meinung vieler Fluggäste. Es gibt kein freundliches Personal mehr, dass einem den Platz weist. Nein, im Eiltempo und unter Einsatz von Ellenbogen und anderer Extremitäten müssen Billigflug-Gäste selbst einen Platz ergattern. Von leckerem Essen mal ganz zu schweigen: Eingeschweißte Hotdogs zu horrenden Preisen sind das höchste der Gefühle. weiterlesen »
Mir scheint, Kindermode unterliegt einer eigenen Religion: Bunt, schrill und meistens überaus kitschig. Doch muss das sein?
Manche Eltern haben ja die Neigung, ihr Kind das ganze Jahr über zu verkleiden, obwohl Karneval schon längst vorbei ist. Vor allem kleine Mädchen werden häufig unfreiwillig Opfer der Modewut ungezähmter Mütter: Hier noch ein Schleifchen, dort noch ein Blümchen und am besten noch ein Röckchen mit putzigen Tierchen… Ist das chic? Ist das typisch Frau? Oder ist das typisch Kindermode?
Eins steht auf jeden Fall fest: In keinem Kindermoden Ratgeber finden übermotivierte Eltern die Anleitung für das „Overstyling“ der Kleinen. Doch steht auch fest, dass Kinder bunte Farben, lustige Motive und flauschige Stoffe mögen. Ein schlicht schwarz gekleideter Fünfjähriger, bei dem die braune Mütze schon das farbliche Highlight setzt, sähe schon traurig aus. weiterlesen »
Es ist Dezember, der zweite Advent liegt hinter uns, Weihnachten rückt immer näher. Bereits seit Wochen haben Weihnachtsmärkte geöffnet, bedudelt uns das Kaufhaus mit möchtegern-besinnlicher Musik und stehen Tannenbäume in den Schaufenstern und Wohnzimmern.
Allerdings wäre keine Weihnachtszeit denkbar ohne - na? Richtig, den Weihnachtsmann. Und was gibt es nicht alles für Klischees über ihn. Hier mal das landläufige Image:
Der Weihnachtsmann ist ein älterer bis alter Mann. Er hat eine ordentliche Wampe, trägt einen roten Mantel, einen weißen Bart und schwarze Stiefel. Er bringt Geschenke. Oder alternativ die Rute, für die, die nicht artig waren. Sein Äußeres wurde von einer Coca-Cola-Werbekampagne in den 30ern geprägt. Er fliegt auf einem von Rentieren gezogenen Schlitten durch das Land und wohnt am Nordpol.
Besonders hartnäckig hält sich das Gerücht, dass der Weihnachtsmann-Look eine Erfindung von Coca Cola ist, allerdings ist das nicht wahr. Erste Weihnachtsmann-Bilder, die dem heutigen Bild bereits recht ähnlich sehen, gab es schon fast 50 Jahre vor 1900, Coca Cola trug lediglich zur Bekanntheit der klassischen Optik bei.
Warum der Weihnachtsmann von vielen als im Norden lebend vermutet wird, bleibt unklar. Grönland, Finnland, Nordpol und Schweden sind die landläufigsten Angaben zum vermuteten Wohnsitz. Eine frappierende und komische Abweichung dessen weisen nur die Niederländer auf - deren Weihnachtsmann kommt nämlich mit dem Dampfschiff aus Spanien angefahren.
Eine humorvolle Herangehensweise an die Frage, “Gibt es den Weihnachtsmann wirklich?“ bietet die verlinkte Webseite. Wer gerne einmal Post an den Weihnachtsmann schicken möchte, kann das übrigens tun. Die brandenburgische Filiale Himmelpfort ist gerne behilflich.
In diesem Sinne - ho ho ho!
Homosexuelle sind eine Randgruppe und homosexuelle Ausländer gibt es schon mal gar nicht. Oder ist Sie jemals ein schwuler Vietnamese oder eine lesbische Türkin begegnet?
Vorurteile wie diese sind nach wie vor präsent und in den Köpfen der Allgemeinheit verankert und sollen aus der Welt geschafft werden. Zum Dialog und Austausch soll dabei an dieser Stelle der so genannte “runde Tisch gegen Homophobie” anregen. Dieser wird voraussichtlich im Oktober stattfinden. Besonders erfreut über diesen Umstand ist der Lesben- und Schwulenverband Berlin/Brandenburg (LSVD). Wichtig ist dem Verband in diesem Zusammenhang insbesondere, dass Vertreter von Organisationen wie der Türkischen Gemeinde zu Berlin (TGD), des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg (TBB), der Islamischen Föderation, der Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, derTürkisch-Deutsche Unternehmervereinigung, des Arabische Kulturinstituts und des Islamischen Kultur- und Erziehungszentrums an der Veranstaltung teilnehmen.
Der Integrationsbeauftragte von Berlin, Günter Piening, hält vor Allem die Unterstützung von Homosexuellen mit Migrationshintergrund für wünschenswert, denn diese seien seiner Meinung nach “Vorbilder, die deutlich machen, dass unterschiedliche sexuelle Orientierung auch in den Einwanderergruppen zur Lebenswirklichkeit gehört”.
Anlass haben der ganzen Veranstaltung im Übrigen sich in letzter Zeit häufende Übergriffe auf Schwule und Lesben gegeben, sowie darüber hinaus ein schwulenfeindlicher Beitrag in einem Berliner Anzeigenblatt in arabischer Sprache. Keine der teilnehmenden Parteien wird dabei das Weltbild der anderen umwerfen können, aber der Meinungsaustausch ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung - Respekt und Toleranz vor anderen Menschen.
Normale Bordelle kennt man ja. Das sind einschlägige Gewerbe, in denen man für Geld sexuelle Dienstleistungen erhält. In Wohnungsbordellen findet dasselbe statt - nur eben nicht in einem extra Haus, sondern ganz normal in einer Mietwohnung innerhalb eines Häuserblocks zum Beispiel.
Die Prostituierten arbeiten dort allein oder mit mehreren Kolleginnen zusammen. Prostitution ist ein sehr klischeebehaftetes Thema, bei dem jetzt viele die Nase rümpfen werden. Man denkt an moralischen Verfall, ekelhafte perverse Spielereien und einen dicken, schmierigen Zuhälter der im Hintergrund die Kohle abkassiert. Man denkt an Gewalt, Drogen und an was nicht noch alles. Sowas soll natürlich nicht in der Wohnung nebenan laufen.
So denkt das zumindest die CDU in Berlin Lichtenberg. Bordelle in der Nachbarschaft seien nicht zumutbar, immerhin leben da auch Familien mit Kindern, sagt die CDU-Fraktionschefin. Verantwortlich für die Genehmigung von Bordellen sind die Bezirke und eben das könnte jetzt in Lichtenberg zum Problem werden.
Viele Prostituierte fühlen sich mit solchen Denkweisen übergangen und falsch verstanden. Stephanie Klee, selbst Prostituierte und Mitglied des Bundesverbandes sexueller Dienstleistungen, wünscht sich einen gleichberechtigten Platz in der Gesellschaft - wie jeder andere Berufstätige auch.
Die Berliner Woche lässt in einem Artikel den interessanten Denkansatz verlauten, dass es sich bei Wohnungsbordellen um eine Form der Prostitution handele, bei der “Frauen meist selbstbestimmt, gewaltfrei und zu fairen Arbeitsbedingungen” ihren Beruf ausüben könnten.
Leider sind Prostitution und Bordelle einfach medial zu sehr als Sündenpfuhle und Orte krimineller Machenschaften verschrien, als dass in naher Zukunft von der allgemeinen Bevölkerung ein neutrales Herangehen an die Thematik erwartet werden könne. Ein Grund zur Schließung von Wohnungsbordellen ist das allerdings nicht, denn dies ist eindeutig eine Form der Diskriminierung. Wenn Kosmetiker zuhause ein Studio eröffnen dürfen, Ärzte eine Praxis, Steuerberater ein Heimbüro - dann sollte dieses Recht für alle Berufstätigen gelten.
“Der saß mal im Gefängnis.” Dieser Satz löst erstmal einen Schock beim Zuhörer aus und hat Abwehrreaktionen zur Folge.
Klar, wer im Knast saß, hat ein Verbrechen begangen. Menschen reagieren skeptisch und ängstlich auf “Verbrecher”. Wer weiß, ob der Knast den nicht noch weiter versaut hat oder ob immer noch eine brutale Ader in der Person schlummert?
Betrachten wir den Fall mal von einer anderen Seite. Ein Mensch wird nach einer langen Zeit aus dem Gefängnis entlassen. Die Strafe ist endlich abgesessen, das Leben beginnt, hoffentlich, noch mal ganz von vorn. Allerdings hat sich soviel verändert. Von einfachen Dingen wie dem Fahrkartenschalter am Bahnhof bis hin zur Bürokratie. Dazu begegnet einem jeder, der “es” weiß mit einer gewissen Distanz.
An dieser Stelle ist es wichtig, den Menschen wieder in die Gesellschaft zu integrieren. “Mit ehrenamtlicher Hilfe straffrei leben” heißt ein Berliner Projekt, das von der “Aktion Mensch” unterstützt wird. Ehrenamtliche Helfer zeigen hier soziales Engagement und betreuen Straffällige nach ihrer Entlassung. Diese Betreuung kann sehr unterschiedlich aussehen - Helfen bei Wohnungs- oder Arbeitssuche, Unterstützen beim Einkaufen. Oder einfach nur Reden. Vertrauen ist dabei sehr wichtig, ein Besuch in der Wohnung des Betreuten kommt allerdings nicht in Frage.
Die Betreuer tauschen sich untereinander aus. Wichtig ist dem Projekt die Begleitung der Klienten, bis sie “alleine weiterlaufen” können. Man vergesse zwar nicht, dass man es mit einem Verbrecher zu tun habe, wolle aber auch nicht stigmatisieren, “schließlich haben die Menschen ihre Strafe abgesessen”, so Projektleiterin Krause.