Alles Klischees

Wir gehen der Sache auf den Grund
 


Archiv: Juni, 2009

Über uns Deutsche sagt man ja das wir kleinkariert und leicht pedantisch sind. Aber auch Zuverlässigkeit und Geselligkeit sind Eigenschaft die man den Bewohnern der Biertinkernation zuschreibt. Doch am schlimmsten ist noch das einige denken Deutsche hätten keinen Humor.
Doch das stimmt nicht!

Schaut euch doch nur mal die bunt kostümierten Kollegen aus dem Rheinland an. Quitschbunt und immer einen frechen Witz auf den Lippen wird jedes Jahr zum Karneval gerufen. Die scheinen doch richtig gut zu amüsieren und tolle Stimmung zu verbreiten.
Karneval im Rheinland 2008, ©flickr by Danny Sotzny

Anspruchsvoller Witz aus Deutschland

Gut schauen wir uns mal nach wirklich anspruchsvollem deutschem Witz um. Und ich denke da nicht an die aktuellen TV-Ulknudeln wie Pocher, Raab und Bohlen ich rede von richtigem Qualitätshumor. Und es gibt ihn! Ganz vorne weg beweisen Loriot, Harald Schmidt, Karl Valentin und Wilhelm Busch dass Deutschland nicht nur Dichter und Denker, sondern auch Komiker von Format hervorgebracht hat.

Liegt es vielleicht daran, dass die deutsche Geschichte einfach ein ziemlich dunkles Kapitel geschrieben hat. Und das ist nun auch nicht so lange her und sitzt immer noch ziemlich tief in den Köpfen unserer Nachbarn. Laut einer Umfrage der GfK Marktforschung gab knapp jeder zehnte Italiener an, das er Deutschland immer noch mit Hitler rund Nazis verbindet. Nahezu jeder fünfte Tscheche hält die Deutschen für arrogant, acht Prozent der Österreicher sagen spontan, dass sie die Deutschen nicht mögen. Doch diese falsche Annahme wird sich hoffentlich spätestens in der nächsten Generation endlich gelegt haben.

Denn zu guter Letzt ist sogar Oma Uschi auf ihre eigene Art richtig liebenswürdig wenn sie ihre bunte Gartenzwergparade im Gemüsebeet präsentiert.


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Die finale Szene in einem Hollywood-Liebesfilm – eine Hochzeit. Und natürlich scheint die Sonne, Vögel zwitschern munter und von irgendwo steigen überraschend rote Luftballons in den Himmel. Ein weiteres Beispiel: wir sehen eine Beerdigung.  Alle anwesenden in Schwarz, natürlich, und es regnet. Warum? Schönes Wetter in großartigen Momenten, schlechtes Wetter zur Trauerfeier. Warum müssen in Filmen immer grundsätzlich Klischees bedient werden?

Gut Hollywood, wäre nicht Hollywood, wenn es in seinen Filmen nicht das zeigen würde, was die Menschen erwarten. Sie wollen sich in die Situationen hinein versetzten, mitfühlen und solche Klischees wie das Wetter unterstützen Szenen durch ihren unterschwelligen Background einfach sehr gut. Doch ein Film mit einer Schlechtwetterhochzeit wäre doch auch mal was Neues – der Kassenknüller überhaupt. Doch diese Situation würde höchstwahrscheinlich wie eine Parodie auf den ganzen Film wirken und von der Mehrheit des Publikums nicht angenommen werden.Filmklischees - rote Luftballons ©flickr by Retinafunk

Filmklischees zum staunen

Hier noch ein paar weitere Klischees der Filmindustrie, zum lächeln und staunen.

  1. Filmhelden müssen prinzipiell nie auf die Toilette.
  2. Bekommt der Held eine Flasche über den Schädel gezogen, dann zerbricht nur die Flasche und nicht der Schädel.
  3. In allen Arten eines Sport-Filmes kann der Spieler vom Feld aus in eine Menschenmenge von einer Milliarde Leuten schauen und sofort seine geliebte Frau entdecken.
  4. Nach dem Genuss von zwei Flaschen Vodka benötigt ein Filmheld nur 5 Minuten, um wieder nüchtern zu werden.
  5. Trifft der Filmheld auf einen Sterbenden, so ist dieser noch in der Lage, die Bibel komplett zu rezitieren. Er stirbt erst, wenn er den Namen des Mörders nennen soll.
  6. Der Mann im Film hat immer eine bildhüpsche Frau an seiner Seite. Die Heldin aber ist einsam und stark.
  7. Filmhelden können erst 20 Liter Blut verlieren und anschließend einem Freund noch 5 Liter spenden.
  8. Schlägt der Held einen Soldaten, Wächter oder anderen uniformierten Gegner nieder, dann passen ihm dessen Klamotten wie maßgeschneidert. Mit dieser Verkleidung kann er sich unerkannt im Hauptquartier des Gegners bewegen, ohne das ein anderer Lakai den Austausch bemerkt.
  9. Einem Helden kann man im offenen Kampf einen Amboss gegen den Schädel werfen, ohne das dieses Folgen für seine Kraft oder Geistesgegenwart hätte. Eine aus dem Hinterhalt auf den Hinterkopf geschlagene Flasche hat jedoch sofortige Bewusstlosigkeit zur Folge.
  10. Auch wenn der Held sich schon seit 10 Wochen durch den Dschungel von Borneo kämpft, bleibt seine Gesichtsbehaarung auf perfekter Drei-Tage-Bart-Länge.

Diese kurze Übersicht lenkt bereits den Blick darauf, dass man mit Klischees wunderbar spielen kann. Ich hoffe ihr hattet Spaß beim lesen und denkt bei nächsten Filmabend an diese kleine Lektüre. Vielleicht fallen euch ja nun auch so einige merkwürdige Zufälle auf, über die ihr lächeln könnt! ;)


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Wenn ein Europäer an Indien denken, fällt über 50 Prozent der Leute gewiss als erstes die bunten Bollywoodfilme ein. Eine Scharr von mindestens 50 Leuten tanzt fröhlich singen durch die Gegend und am Ende der Geschichte gibt es wirklich immer ein Happy-End, egal wie tragisch und unmöglich das auch erscheinen Mag. Doch wie sieht die Wirklichkeit aus? Besteht das ganze Land doch eher aus Informatikern, die nur auf ihre Chance warten den europäischen Markt zu überschwemmen?

Laut der Bundeszentrale für politische Bildung leben 287 Millionen Inderinnen und Inder in absoluter Armut, das sind immerhin 25 Prozent der Gesamtbevölkerung und ein gutes Drittel der weltweit Armen insgesamt. Damit stellt Indien eine der Hauptarmutsregion der Erde dar. Das klingt erstmal nach allem anderen als Happy-Bollywood-Stimmung.

Bollywood Wandmalerei, ©flickr by Meanest Indian

Doch immerhin sind Superstar Shah Rukh Khan und die indischen Bollywoodfilme der Exportschlager überhaupt. Knallbunt und ein Feuerwerk guter Laune war auch der neueste Film des Indienstars zur diesjährigen Berlinale restlos ausverkauft. Doch spiegeln die Filme die typisch indische Kultur wieder? Im Bezug auf die farbenfrohe Alltagskleidung wahrscheinlich schon, doch im Bezug auf das fröhliche Leben nicht wirklich. Armut ist in Indien ein Großes Problem und kein fröhlicher Tanz in bunten Klamotten.

Trotz Armut boomt Indiens Wirtschaft

Trotz  alle dem zählt Indien aber dennoch zu den boomenden Nationen der Welt. Das Wirtschaftswachstum betrug in den vergangenen drei Jahren durchschnittlich fast 8 Prozent. Im Vergleich, die Prognose für den Wachstum in Deutschland liegt dieses Jahr bei 5,4 Prozent. Indien ist aufgrund seiner Verkehrssprache Englisch und seiner unglaublich niedrigen Löhne ein sehr beliebtes Land bei zahlreichen internationalen Unternehmen. So wird die indische Wirtschaft extrem von ausländischen Investoren unterstützt und Fachkräfte werden im europäischen Ausland gerne eingestellt. Also sind nicht nur indische Programmierer sehr gefragt. Doch keine Angst, das bedeutet im Allgemeinen nicht, dass für inländische Absolventen kein Platz mehr auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist.


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Typisch Kiwi – alles easy!

Autor: Sandra
abgelegt in: Allgemein

Total relaxt, immer ein Lächeln auf den Lippen, die Sonne im Herzen und Flip Flops an den Füßen, das ist Neuseeland-Lifestyle. Wer das schon einmal Live erlebt hat oder gar selbst auf den beiden Inseln am Ende der Welt war, weiß wie angenehm freundlich Kiwis sind. Doch woher kommt diese  überdurchschnittlich gute Laune? Dieser Frage will ich heute mal auf den Grund gehen.

Es fängt ja schon damit an, das jeder Kiwi (die Neuseeländer bezeichnen sich übrigens auch selbst gerne als Kiwis) einem auf der Straße mit einem unglaublich breiten Grinsen im Gesicht begegnet. Das passiert vor Ort natürlich eher als hierzulande, aber das sei nur die erste Sache die mir aufgefallen ist als ich Neuseeland bereist habe. Fröhlich wird man von der Kassiererin im Supermark gefragt wie es einem geht und ob man den einen schönen Tag hatte. Diese Freundlichkeit ist für den durchschnittlichen Deutschen erst einmal ein Schock. Meint sie wirklich mich? Warum wünscht mit ein komplett Fremder auf der Straße einen guten Tag?

Vielleicht liegt es ja am Wetter!

In den Sommermonaten, die sich deutlich länger in den höheren Temperaturgefilden abspielen als in Deutschland, sind sogar im Büro kurze Hosen und Badeschlappen angesagt. Das sorgt für eine entspannte Atmosphäre und folgerichtig gute Laune.

Flip Flops, ©flickr by The Consumerist

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In den meisten Fällen sind Minderheiten von Vorurteilen und Klischee betroffen, heute stelle ich mal eine sehr große Gruppe der Gesellschaft vor - die Väter. Denn Papi kann alles, da sind sich die meisten Kinder einig. Aber stimmt das überhaupt? Und was heißt hier eigentlich alles?

Vater und Kind © flickr / lepiaf.geo

Papi kann alles! Ja, dieses Vorurteil bekommt meistens erst Risse, wenn der liebe Nachwuchs in die Pubertät kommt und den angebeteten Vater mal mit anderen Augen sieht. Denn auch Väter sind nur Menschen mit ihren Ticks, Macken und Trotteligkeiten. Doch wie kommt diese Meinung von dem allwissenden Papa überhaupt zu Stande und warum wird die Mutter in den meisten Fällen für andere Kompetenzen geschätzt?

Warum kann Papi alles?

Zum einen spielt sicherlich der unvermeidliche Wissensvorsprung der erwachsenen Männer gegenüber ihren Kindern eine große Rolle. Sie sind es, die zeigen, wie man ein Baumhaus baut und wie man souverän die Plätzchendose an der wachsamen Mutter vorbei schmuggelt. Und während Papi alles kann, sind es in der Regel die Frauen, die die Wärme in die Bude bringen. Wenn die Kleinen hingefallen oder krank sind, ist Mutti Ansprechpartnerin Nummer ein, wenn es um harte Fakten geht, muss eben der Papi hinhalten. weiterlesen »


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Studenten sind faule Chaoten und feiern ständig statt mal was Richtiges zu tun, z.B. arbeiten. So oder so ähnlich denkt anscheinend manch einer. Auch wenn diese Einschätzung nicht immer verbal geäußert wird, lässt sie sich durchaus des öfteren an den Reaktionen des Gegenüber erkennen.

Kneipe la leander, extranoise@flickr

So habe ich mich denn nun geoutet: Ja, auch ich war mal Student. Tatsächlich war auch ich manches Mal faul, chaotisch oder habe mit dem Feiern und Trinken übertrieben, so dass die Seminare am Vormittag auch mal ausfielen. Wenn just an diesem Morgen der Postbote um 11 Uhr klingelte und man verkatert und verlottert öffnete, konnte man sich des abschätzigen Blickes sicher sein und des sich anschließenden  Gedankens: Typisch Student! Auch in diesem Fall war wieder einmal die Verallgemeinerung des Klischees bester Freund.

Selbst bei gelegentlichen Kneipenbesuchen unter der Woche - ganz legitim, wenn man am nächsten Tag keine Veranstaltungen zu besuchen hat, sondern vielleicht nur für ein paar Stunden in die Bibliothek will - schienen die anderen Besucher, die spätestens um Mitternacht aufbrachen, weil sie am nächsten Tag arbeiten mussten, oder der Taxifahrer, der einen schließlich um 4 Uhr zu Hause absetzte, sagen zu wollen: Das können nur Studenten sein, wenn die bis in die Puppen saufen.

Vorurteil und Aufklärung - wirklich typisch Student?

Nur: wer weiß denn schon, dass man als Student eben nicht zwangsläufig einen geregelten Tagesablauf hat?  Dass man die Zeit zu Hause auch zum Arbeiten nutzt, zum lesen, lernen, schreiben nämlich? Dass man auch mal die Nacht durcharbeitet? Dass die Nerven in Prüfungsphasen bis zum  Reißen angespannt sind? Dass auch Lernen und Studieren harte Arbeit ist? Dass auch Studenten nur Menschen sind?


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